Alle Wege führen nach ...?
Parallel zur Ausweisung der großzügigen Fußgängerbereiche wurde in der Nürnberger Innenstadt der öffentlichen Verkehr in den 1970er und 80er Jahren weitgehend unter die Erde verlegt. Die Konzentration auf die U-Bahnlinie U1 hat allerdings für das Verkehrsnetz weitreichende Folgen: So wurden bestehende Direktverbindungen in die Altstadt gekappt und die Fahrgäste seither in den Untergrund gezwungen. Dies bedeutet nicht nur Unbequemlichkeit auf langen Wegen und Treppen, sondern ist in den meisten Fällen auch mit Wartezeiten und Anschlussunsicherheit verbunden. Die Vorteile der "schnellen" U-Bahn kommen dagegen auf der verbleibenden kurzen Strecke (nur 1-2 Haltestellen im Altstadtbereich) für die Umsteiger nicht zur Geltung. Zwischen Hauptbahnhof und Lorenzkirche ist die U-Bahn zudem immer wieder überlastet.
Noch schlimmer sieht die Situation bei sogenannten "Durchmesserfahrten" von einem Stadtteil in den anderen aus, wenn dabei die Innenstadt durchquert werden soll, ist oft sogar zweimaliges Umsteigen erforderlich. Eine Nord-Südverbindung durch die Altstadt fehlt gänzlich.
Untersuchungen belegen, dass die Attraktivität und damit die Nutzerzahlen im Öffentlichen Nahverkehr mit jedem erforderlichen Umstieg nahezu halbiert werden. Daher wäre durch die Schaffung von neuen Direktverbindungen in und durch die Innenstadt ein enormer Qualitätssprung im ÖPNV zu erreichen.
Nur durch eine erhebliche Steigerung des Nahverkehrsanteils am Stadtverkehr können die Ziele des vom Stadtrat beschlossenen Leitbilds Verkehr der Stadt Nürnberg (50% MIV - 50% ÖPNV) und die Grenzwerte der EU Luftschadstoff-Richtlinie erreicht werden. Der VCD hat für das Projekt "Direkt in die City" untersuchen lassen, dass nur wenige Kilometer Streckenneubau erforderlich wären, mit denen auch entlang der bestehenden Linien ein enormes Fahrgastpotential gewonnen werden kann. Direkt in die City ist daher auch ökonomisch sinnvoll!
Neue Strecken braucht die Stadt!
Die Kernpunkte von "Direkt in die City" sind:
- Straßenbahn in der Lorenzer Altstadt: Hbf - Mauthalle - Kornmarkt - Weißer Turm - Plärrer
- Straßenbahn in der Sebalder Altstadt: Rathenauplatz - Innerer Laufer Platz - Rathaus - Hauptmarkt - Hallertor
- Verbindung der Buslinien aus der Nordstadt (46/47) mit der Linie nach Zabo (43/44) über: Insel Schütt - Peter-Vischer-Str. - Königstraße - Hbf.
Diese neuen Verbindungen ermöglichen eine Vielzahl von Linienführungen im Straßenbahnnetz. Durch die Überlagerung unterschiedlicher Linien aus den Außenbezirken können in der Innenstadt dichte Taktzeiten gefahren werden. Die Busverbindung ist ohne größere Baumaßnahmen sofort umsetzbar. Sie verbessert die Erreichbarkeit von Nordstadt und Bahnhof. Langfristig könnte sie ebenfalls im Schienenverkehr bedient werden.




