Stadtbahn ...die unendliche Geschichte?

Im Nürnberger Norden endet die Straßenbahn derzeit in Thon - dort müssen die Fahrgäste umsteigen um per Bus in die Orte im Knoblauchslandes oder in die benachbarte Universitätsstadt zu gelangen. Umsteigezwang und die lange Fahrzeit machen den ÖPNV alles andere als attraktiv, entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung auf der Bucher Straße (B 4). Auch für die Verkehrsbetriebe wäre der Ersatz der vielen derzeit parallel verkehrenden Busse auf der B4 wirtschaftlich interessant.

Das Projekt ist dementsprechend auch seit den 1990er Jahren im Gespräch. Auf Nürnberger Gebiet soll nun endlich eine Verlängerung der Straßenbahn zumindest bis Buch-Süd in Angriff genommen werden. Dagegen hat die Stadt Erlangen zuletzt durch bewusst ungünstige Rahmenbedingungen einen negativen Kosten-Nutzen-Faktor für die weitere Strecke errechnen lassen.

Dieses Jahr soll immerhin eine neue Studie erstellt werden, andernorts wird weniger diskutiert aber dafür erfolgreich gebaut:

Viele gute Beispiele

Um dem wachsenden Verkehr über die Stadtgrenzen Herr zu werden, müssen für die Pendler interessante Alternativen geschaffen werden - durchgehende, schnelle Verbindungen aus dem Umland in die Stadtzentren. In Regionen, die auf Stadt-Umland-Bahnen gesetzt haben (Karlsruhe, Saarbrücken, Heilbronn, Kassel...) hat sich das attraktive Nahverkehrsangebot bereits zum Selbstläufer entwickelt: Ständig wollen weitere Gemeinden angeschlossen werden.

Europaweite Beispiele zeigen, dass attraktive Stadtbahnen einen erheblichen Fahrgastzuwachs für den Öffentlichen Nahverkehr erreichen können. Für die Strecke von Nürnberg nach Erlangen gehen Prognosen von einem Fahrgastaufkommen von rund 10.000 Personen täglich aus. Ihr kommt außerdem eine weitere Bedeutung zu: Mit ihr kann der Grundstein zum Aufbau eines Umlandbahnnetzes (StUB) für Erlangen gelegt werden.

Stadt-Umlandbahn Erlangen

In Erlangen ist neben der Nürnberger Strecke vor allem Ost-West-Verbindung wichtig. Die Strecke verbindet die Erlanger City, die östlichen Stadtteile, die Siedlungsachse Buckenhof - Uttenreuth und die stark wachsenden Orte Neunkirchen am Brand und Eckental miteinander. Dabei wird auch eine Verbindung zur Gräfenbergbahn hergestellt.

Nach Westen hin ist die Verbindung der Gebiete westlich der Regnitz mit der Erlanger Innenstadt von Bedeutung. Eine Reaktivierung der bestehenden Bahnstrecke nach Herzogenaurach ist schnell und preiswert zu realisieren. Durch relativ kurze Neubauabschnitte kann der dicht besiedelte Stadtteil Bruck erschlossen und in Herzogenaurach eine Verbindung in das Ortszentrum geschaffen werden.

Auf einer Sonderseite haben wir Wissenwertes über Erlangen zusammengestellt.

 

Letztes Update: 23.07.2011