Pressemitteilung
45/2002

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Nürnberg, 4. November 2002

VCD Bayern kritisiert das neue Preissystem:

Neues DB-Preissystem bringt Nachteile für 2/3 der Bahnkunden

Nürnberg/Passau. Der Bahnfahrer-Profil-Test des Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf www.bahncard50.de zeigt deutlich: Fast 2/3 der dort teilnehmenden Bahnkunden werden vom neuen Preissystem der Deutschen Bahn AG benachteiligt. Sie bezahlen mehr, oft sogar selbst, wenn sie ihre Flexibilität beim Bahnfahren einschränken. Die DB behauptet dageben, dass nur 0,3 Prozent der Bahnkunden schlechter gestellt seien. "Das ist in unseren Augen eine groß angelegte Irreführung der eigenen Kunden", bewertet der Vorsitzende des VCD-Landesverbands Bayern, Matthias Striebich, die Bahnwerbung.

Zusätzlich hat der VCD pünktlich zum Verkaufsstart der neuen Tickets seine Bahn-Mitfahrerbörse www.ticket-teilen.de geöffnet. Denn im neuen Preissystem gilt "Wer gemeinsam fährt, fährt günstiger." Damit soll wenigstens ein kleiner Ausgleich im "Absahn-Paket" der Bahn geboten werden.

"Die Beispiele, die die Bahn AG verbreitet sind selektiv und verschweigen wichtige Begleitumstände", beklagt Matthias Striebich. Zum Beispiel würde angeblich würde die Fahrt von Passau nach Köln billiger. Die Bahn AG behält dabei für sich, dass man den ausgelobten Preis nur bekommt, wenn man für Hin- und Rückfahrt einen festen Zug bucht und frühestens am Sonntag nach der Hinfahrt zurück fährt. Vor allem sollte der Bahnkunde den Zug nicht versäumen oder nicht noch etwas länger bleiben wollen oder früher zurückreisen müssen. Denn sonst zahlt er 45 Euro zusätzlich, weit mehr als er durch Vorbuchung sparen konnte. "Reisende, die solche Strecken fahren, besitzen jedoch fast immer eine BahnCard. Die bringt heute noch 50%, demnächst aber nur noch 25% Rabatt," erklärt Striebich. So kostet die Fahrt nach Köln und zurück jetzt 99,60 Euro. Bald aber wird sie 113,40 Euro teuer sein.

Selbst Familien, die vom neuen Preisschema noch am meisten durch die kostenlose Mitnahme der Kinder profitieren, sind nicht immer besser gestellt. Für die Urlaubsreise von Passau an die Ostsee zahlen sie auch mit Vorbuchung nicht weniger als bisher, weil Angebote wie der Familien-Super-Sparpreis entfallen. Und wenn sie Pech haben, ist das in Ferienzügen sicher knappe Kontingent verbilligter Tickets ausgebucht. Dann wird es richtig teuer, bequem mit der Bahn in den Urlaub zu fahren.

Verkehrspolitisch setzt die Bahn AG ein völlig falsches Zeichen, indem sie versucht, Billigflieger nachzumachen. Bernd Sluka vom Landesvorstand des VCD bekräftigt: "Die große Konkurrenz der Bahn steht auf der Straße und ist jederzeit abfahrbereit: das Auto." Dagegen ein Preissystem zu setzen, das Sponantität bestraft, kurze Strecken, die noch am leichtesten mit dem Auto zu fahren sind verteuert, und auch noch durch Kürzung des BahnCard-Rabatts Stammkunden verärgert, ist in den Augen des Verbraucherverbands VCD genau der falsche Weg. "Es bleibt zu hoffen, dass die Deutsche Bahn AG die Zeichen, die sie nach dem 15. Dezember durch den zu erwartenden Fahrgastschwund erhält, rechtzeitig genug erkennt, um massiv nachzubessern." wünscht sich Sluka.

Rückfragen bitte an Bernd Sluka, Tel. 0160/170 46 96 und Matthias Striebich, Tel. 0172/841 83 23

 

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