Pressemitteilung
10/2006

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Nürnberg, 13. April 2006

Transrapid: Mit Hochgeschwindigkeit zurück in die Vergangenheit

Hubers Vorwürfe gegen GRÜNE sind unsachlich und unsinnig

Der bayerische Wirtschaftsminister Huber diffamiert Gegner seiner absurden Verkehrspolitik als Fortschrittsfeinde. Dagegen stellt sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Bayern. "Wenn Minister Huber den Grünen unterstellt, dass sie 'keine Innovation, sondern nur noch Stillstand' wollten, weil sie den Transrapid und einen weiteren Ausbau des Flughafens München ablehnen, dann stellt er sich selbst ins politische Abseits", findet Matthias Striebich, stellvertretender Landesvorsitzender des VCD Bayern. Die Behauptung, dass beide Prestigeprojekte "unser Land weiterbringen sollen", ist absurd. Das Gegenteil ist der Fall: Der Flughafenausbau gefährdet Arbeitsplätze durch Billigflugimporte und zerstört die Lebensqualität des Umlandes. Durch den Bau des Transrapids würden Milliarden sinnlos verschleudert, die für einen flächendeckenden Ausbau der Bahn in ganz Bayern dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Längere Umsteigezeiten beim nicht in das Verkehrssystem integrierten Transrapid machen seine Reisezeiten länger als mit einer Express-S-Bahn. "Der Transrapid ist eine teure Schnapsidee und ergibt verkehrswirtschaftlich keinen Sinn, weil mit dem dafür eingeplanten Geld eine sinnvollere Verbundlösung statt einer Insellösung realisiert werden könnte", so Striebich. Dass dieser Unsinn auch noch durch die EU möglicherweise gefördert wird, ist kein Beweis für deren Notwendigkeit, sondern nur Eingeständnis der mangelnden Finanzierbarkeit des Transrapids mit staatlichen deutschen Mitteln.

Für den Transrapid gibt es bereits eine Referenzstrecke. Es sind also selbst aus Gründen der Industrieförderung keine weiteren öffentlichen Geschenke für den Transrapid mehr notwendig. Statt dessen sind weitere Investitionen in die Schieneninfrastruktur um und in München dringend geboten. Nur so lässt sich der Anteil der Schiene am gesamten Verkehrsaufkommen steigern. Die Investitionen kommen so nicht nur den Fluggästen und damit hauptsächlich den Wohlhabenderen der Gesellschaft zugute. Dem normalen Pendler nützt ein schneller Transrapid zum Flughafen nichts, wenn seine S-Bahn langsam vor sich hin dümpelt oder nur selten fährt.

Rückfragen an Matthias Striebich, Tel. 0172 / 84 18 323 oder das VCD-Landesbüro

 

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