Mittelbayerische Zeitung, 15.06.2010


Zum Tode von Peter Seywald

NACHRUF Der langjährige Kreisvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erlag am Freitag einem tückischen Leiden.

REGENSBURG Peter Seywald ist tot. Der Gründer des VCD-Kreisverbands starb am vergangenen Freitag im Alter von erst 49 Jahren.

Peter Seywald bekleidete zwar kein politisches Mandat, dennoch hat er dazu beigetragen, dass Regensburg heute anders aussieht als noch vor 20 Jahren. Irgendwie prägte er sogar durch sein persönliches Erscheinungsbild das Stadtbild: immer auf dem Fahrrad unterwegs, mit der unverwechselbaren Baskenmütze und dem jungenhaften Charme, den er ausstrahlte. "Unermüdlich entwickelte Peter Seywald Vorschläge, zeigte Fehlplanungen auf, kritisierte die Kommunalpolitik", würdigt ein persönlicher Freund seinen Einsatz. Dabei wusste Peter Seywald jedwede Polemik in der politischen Auseinandersetzung zu vermeiden, das hatte er gar nicht nötig; stattdessen argumentierte der diplomierte Ingenieur für Raum- und Umweltplanung mit hoher Sachkompetenz. So war er auch stets ein hoch geschätzter Gesprächspartner für Journalisten.

Ob Wiedereinführung der Straßenbahn in Regensburg oder Verkehrsberuhigung in der Altstadt - Peter Seywald mischte sich stets ein, arbeitete an Konzepten mit, entwickelte Ideen für neue Fußgänger-und Radfahrerbrücken und eine Ersatztrasse für die Steinerne Brücke. Ein großes Anliegen war ihm auch die Verkehrsberuhigung am Domplatz. "Es gibt kaum eine größere Planungsvorlage der Stadtverwaltung, zu der Peter Seywald nicht eine umfassende und sachlich fundierte Stellungnahme abgegeben hätte", sagt ein Freund. Ein Eindruck, den auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger bestätigt. "Ich habe den Herrn Seywald schon vor vielen Jahren kennengelernt, als er noch Student war. Und schon damals ist er mir als ein ungewöhnlich aufgeweckter und intelligenter junger Mann aufgefallen." Ein Bild, das sich später bestätigt habe. "Auch wenn wir nicht immer in allen Fragen einer Meinung waren, so habe ich doch die besonnene und verantwortungsbewusste Art von Herrn Seywald sehr geschätzt und die bemerkenswert sachliche Weise, mit der er seine Standpunkte vertreten hat", so Schaidinger. Von seiner tückischen Krankheit erfuhr Peter Seywald erst Anfang dieses Jahres und auch das nur durch Zufall. Da war es schon zu spät. Dennoch wollte Peter Seywald die Hoffnung nicht aufgeben. Er nahm den Kampf gegen den Krebs auf. Gleichzeitig führte er verkehrspolitische Veranstaltungen durch. Noch vor kurzem erst radelte er mit Stadträten durch den Südosten der Stadt, um gemeinsam Verbesserungen zu erkunden. Doch in der letzten Woche verschlechterte sich sein Zustand rapide. Als er spürte, dass er den Kampf verloren hatte, wollte er nur noch nach Hause. Dort starb er am Freitag im Kreise seiner Familie. Peter Seywald hinterlässt seine Ehefrau Monika sowie einen Sohn (14) und eine Tochter (17). Er wird am kommenden Montag um 14.15 Uhr auf dem Evangelischen Zentralfriedhof beigesetzt. (hs)









Wochenblatt, 16.06.2010


VCD-Vorstand Peter Seywald ist tot

REGENSBURG: Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am Freitag der VCD-Kreisvorsitzende Peter Seywald im Alter von nur 49 Jahren gestorben. Seywald war als Gründer und Vordenker des hiesigen Kreisverbands des Verkehrsclubs über viele Jahre mit großem Engagement an allen wichtigen verkehrspolitischen Diskussionen in Regensburg beteiligt. Sein enormes Fachwissen und seine stets sachliche Art schätzten auch diejenigen, die anderer Meinung waren als er. Seywald gehörte beispielsweise zu den Befürwortern einer ÖPNV-Ersatztrasse für die Steinerne Brücke und setzte sich für die Verkehrsberuhigung des Domplatzes ein. Ein von ihm mit initiierter Bürgerentscheid zu diesem Thema scheiterte im August 2003 nur knapp. (ra)