Bürgerbeteiligung am Radverkehrsplan der Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg hat im Februar 2008 einen Radverkehrsplan in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, die günstigen strukturellen und topografischen Voraussetzungen zu nutzen und den Radverkehr zu fördern und sicherer zu machen.

Das Planungsbüro R+T Topp, Huber-Erler, Hagedorn aus Darmstadt legte im November 2009 ein umfangreiches Gutachten vor, das auch auf der Homepage der Stadt Regensburg eingesehen werden kann.

Wesentlicher Inhalt des Gutachtens ist eine umfassende Bestandsaufnahme des bestehenden Radwegenetzes. Um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten befuhren Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros das Regensburger Straßen- und Wegenetz mit dem Fahrrad. Sie bewerteten das Netz unter anderem hinsichtlich des baulichen Zustands, der verkehrlichen Funktionsfähigkeit, der Lückenlosigkeit usw. Dabei kristallisierten sich auch Schwerpunkte für Verbesserungen heraus.
Vier Projekten kommt dabei besondere Bedeutung zu:
- Optimierung der Altstadterschließung
- Prüfeninger Straße
- Bereich Hauptbahnhof / Ernst-Reuter-Platz / D.-Martin-Luther-Straße
- Sonderprojekt Brückenbauwerke
Insgesamt schlägt das Gutachten 305 Einzelmaßnahmen vor.

Davon wurden folgende 16 Maßnahmen von der Verwaltung für die bevorzugte Umsetzung empfohlen.

Route Foto Straße Abschnitt Mängel Empfohlene Maßnahmen Prio erledigt
5.3 Isarstraße von Lechstraße bis Nordgaustraße Radwege sind beidseitig stark abgesetzt was zu Konflikten an Grundstückszufahrten und untergeordneten Straßen führen kann

Beleuchtung streckenweise nicht ausreichend; fehlende soziale Kontrolle
Markierung der Furten über die Grundstückseinfahrten und Markierung von Fahrradpiktogrammen in die Radfurten; ggf. Beschilderung mit VZ 138 / Radfahrer kreuzen) oder Roteinfärbung 1
Ergänzung der Beleuchtung 2
7.2 Straubinger Straße / Landauer Straße / Osthafenstraße Radfahrer, die von Westen nach Osten fahren, müssen dem Rechtsabbiegekeil in Richtung Landauer Straße folgen und noch aus der Rechtsabbiegefahrbahn zum jenseits der Landauer Straße weiterführenden einseitigen 2-Ri-Radweg wechseln (Sichtproblem; Kfz sind wegen der fahrdynamisch Gestaltung der Ausfahrkeil-Lösung schnell). Überführung des Radwegs vor dem Knotenpunkt in einen Radfahrstreifen; Radfahrstreifen liegt zwischen Geradeausfahrstreifen und Rechtsabbiegestreifen 1
Radweg in Gegenrichtung mit Wegweisung beschildern (in Ost-West Richtung fährt der Radfahrer über den Kfz-Linksabbiegestreifen auf den Radweg der Straubinger Straße) 2
11.4 D.-Martin-Luther-Straße / Luitpoldstraße Abgefahrene Furt-Markierung in Ostseite

Unfallauffälliger Bereich (Kfz-Linksabbieger aus Norden gegen Radfahrer aus Süden)
Erneuerung der Furt-Markierung 1 2010
Lösung im Rahmen des Neubau RKK (Linksabbieger entfällt voraussichtlich) 2
11.4 D.-Martin-Luther-Straße von Luitpoldstraße bis Landshuter Straße Hohe Kfz-Belastung (Menge = 10-15.000 Kfz/Tag und V=50 km/h) für Radverkehr im Mischverkehr auf der Fahrbahn Verlängerung des Radwegs bis zur Landshuter Straße, Überleitung im großzügigen Einmündungsbereich auf die Fahrbahn (Vorschlag im Gutachten: Lösung im Rahmen des Neubau RKK) 2
11.4 D.-Martin-Luther-Straße von Landshuter Straße bis Dachauplatz Hohe Kfz-Belastung (Menge = 10-15.000 Kfz/Tag und V=50 km/h) für Radverkehr im Mischverkehr auf der Fahrbahn Westseite von Dachauplatz bis Königsstraße: Schutzstreifen (b=1,25m) 1
Westseite ab Königsstraße: Mitbenutzung der Busspur 1 2010
Ostseite von Landshuter Straße bis Dachauplatz: Abmarkierung von Schutzstreifen (b=1,25m) unter Berücksichtigung der lichten Breite (evtl. Entwässerungsrinne befahrbar machen) (siehe Anlage 7.2) 1
14.4 Prüfeninger Straße / Steinmetzstraße / Schillerstraße Südliche Radfurt stark abgesetzt, der zuführende Radweg liegt hinter Parkständen bzw. einer Busbucht, führt zur Einschränkung des Sichtkontakts von rechtsabbiegenden Kfz Überführung des Radwegs 15m vor der Kreuzung in einen Radfahrstreifen (b=1,85m) zu Lasten der Parkstände 1
14.4 Prüfeninger Straße Höhe Steinmetz-straße Unklare Führung der Radverkehrsanlage in Richtung Innenstadt Entfernen des Zeichens 237 (Radweg) und deutlichere Überleitung auf die Straße 1
14.4 Prüfeninger Straße Zwischen Steinmetz-straße und Platz der Einheit Kfz-Belastung (Menge=7-10.000 Kfz/Tag und Geschwindigkeit V=50 km/h) für Radverkehr im Mischverkehr auf der Fahrbahn (Südseite) im Grenzbereich, Radweg nur auf nördlicher Seite vorhanden, Potenzielle Konflikte mit dem ruhenden Verkehr durch fehlende Sicherheitsabstände auf nördl. Radweg zu parkenden Pkw Rückbau des Radwegs zugunsten eines beidseitigen Schutzstreifens auf der Fahrbahn (siehe Bericht, Kapitel 6.3.4 und Anlage 7.3) Alternativ: Kfz-Belastung liegt noch im akzeptablen Bereich für Mischverkehr. Daher kann alternativ die Radwege-Benutzungspflicht aufgehoben werden; Radweg verbleibt als sog. „Anderer Radweg“ im Bestand erhalten. Lösung mit Schutzstreifen wird aufgrund der optischen Einengung jedoch favorisiert 1-2
9.1 Verlängerung Markomannenstraße nach Süden südlich der Franz-Josef-Strauß-Allee Bauzustand der Verbindung genügt nicht den Ansprüchen von Radverkehr Ausbau als Geh- und Radweg mit radverkehrsverträglicher Oberfläche 2-3 2010
9.2 Hinterer Mühlweg Grünanlage zwischen Schwaben-straße und Bajuwaren-straße Gut befahrbarer Weg abseits der Kfz- Straße trotz ausreichender Breite nur für Fußgänger frei Freigabeversuch wurde nach Beschwerden zurückgenommen Anpassung des Weges für sicheren Fuß- und Radverkehr und Freigabe Alternativ: Nutzung der Schwabenstraße 1-2
21.4 Islinger Weg Oberisling bis Burgweinting Oberflächenbeschaffenheit für Radverkehr im Alltagsradverkehr nicht komfortabel nutzbar Ausbau als Geh- und Radweg mit geeigneter, ebener Oberfläche 2 2010

Am 18.05.2010 beschloss der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr, Umwelt- und Wohnungsfragen der Stadt Regensburg einstimmig:
1. Das Gutachten „Regensburg; Neuaufstellung Radverkehrsplan“ vom November 2009 wird zur Kenntnis genommen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, zur Einführung des Radverkehrsplans eine Öffentlichkeits­beteiligung über das Internet durchzuführen.
3. Die kleinen Maßnahmen der Prioritätengruppe 1 sollen nach vorheriger eingehender Überprüfung durch die Verwaltung im Rahmen des Haushalts­ansatzes „Radwegenetz – Verbesserungen“, der mit jährlich 50.000 € ausgestattet ist, Zug um Zug umgesetzt werden.
4. Die im Bericht vorgeschlagenen großen Maßnahmen sind nach Bestätigung durch die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Investitionsprogramm anzumelden.

Das Stadtplanungsamt rief dazu auf, Vorschläge, Kritikpunkte und Meinungen zum Radverkehrsplan bis zum 15.07.2010 zu äußern.
Per E-Mail an stadtplanungsamt@regensburg.de mit dem Betreff "Radverkehrsplan" oder auf dem Postweg:
Stadt Regensburg
Stadtplanungsamt
D.-Martin-Luther-Straße 1
93047 Regensburg.

Um die Öffentlichkeitsbeteiligung zu unterstützen, hat daraufhin der VCD Kreisverband Regensburg gemeinsam mit dem ADFC-Kreisverband Regensburg einen Flyer und einen in Word ausfüllbaren Fragenkatalog (auch als .pdf) erstellt, um die Bürgerbeteiligung zu unterstützen

Im Mai 2011 begann der VCD Kreisverband Regensburg zu überprüfen, welche der im Gutachten vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen bisher umgesetzt wurden.

Maßnahmen insgesamt 305
mit "umgesetzt" bewertet 10
mit "nicht umgesetzt" bewertet 110
noch nicht bewertet 185

Grafische Darstellung:


Das Ergebnis ist in folgendem Dokument (pdf, 6,0MB) dargestellt.

VCD
KV-Regensburg




Beschlussvorlage für den Stadtrat


Massnahmenkatalog mit Stand der Umsetzung (pdf, 5,1 MB)


Kurzfassung Radverkehrsplan (pdf, 2,7 MB)


Flyer


Fragenkatalog (doc)

Fragenkatalog (pdf)