VCD zur Förderung des schienengebundenen ÖV im Raum Regensburg

Im Rahmen eines Verkehrsforums der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) erhielt der VCD-Kreis­verband Regensburg im März die Möglichkeit, seine Ideen und Konzepte zur „Bahn-Zukunft Regensburg 2025“, bei der sich der bestehende „Regensburger Stern“ und Stadtbahnlinien ergänzen würden, vorzustellen. Im Zeitungsartikel der MZ am 7. März wurden dann die In­halte leider nicht vollständig und korrekt wiedergegeben.
Umso erfreulicher war, dass sich die Stadtratsfraktion der GRÜNEN des Themas umgehend annahm und den VCD in seinen Positionen stärkte – und außerdem gab es auch einen guten Leserbrief (in der MZ), den wir unserer Leserschaft nicht vorenthalten möchten ...

Die wesentlichen Forderungen des VCD-Kreisverbandes (vorgebracht von Wolfgang Bogie und Christian Hammer) im Rahmen des MZ-Forums:

  • es braucht heute den Mut zu einem nachhaltigen Entwicklungskonzept für den ÖPNV im Sinne eines „Netzerweiterungsplanes“
  • Regensburg und sein Umland brauchen eine konsequente Förderung des ÖV, sodass die Bürger, die tagtäglich ins Regensburger Stadtgebiet ein- und auspendeln, sicher und schnell an ihr Ziel kommen
  • hierbei ist wichtig, dass alle Verantwortlichen (Politiker, Verwaltung und ÖV-Träger) aus Stadt und Landkreis von Beginn an an einem Strang ziehen, so dass vermieden wird, dass (wie im Fall des Bahn­haltes Klenzebrücke) Planungen kurzfristig wieder gestoppt werden
  • als Vorschlag präsentiert der VCD einen „Netzerweiterungsplan“ für die Bahn (Grundlage „Regensbur­ger Stern“ der Agilis, die bereits bewiesen hat, dass ein Betrieb mit modernen Bahnen gut realisiert werden kann) und (ergänzend) einen Trassenplan für eine neue Stadtbahnlinie von Bernhardswald nach Neutraubling

Vorgeschlagen werden

  • die Einrichtung neuer Bahnhaltepunkte auf den vorhandenen Bahnstrecken des „Regensburger Ster­nes“ (z.B. Walhallastraße, Haslbach, Zeitlarn / Candis-Areal, Kumpfmühler Brücke, Lilienthalstraße / Mangolding, Moosham);
  • eine „Stadtbahnlinie“, die die Bürger dort abholt, wo sie wohnen (Wohnstandorte in Bernhardswald, Wenzenbach und dem Stadtnorden) und dort hinbringt, wo sie arbeiten, z. B. zu den großen Arbeit­gebern im Stadtsüden und -osten (z.B. BMW, Krones, Osram, Uni-Klinikum); hierbei wird darauf hinge­wiesen, dass „Stadtbahn“ auch ein anderes hochwertiges
    ÖPNV-System (z. B. Elektro-Bussystem) sein kann; als wichtig wird jedoch angesehen, dass das ÖPNV-System auf eigener Trasse verläuft, um auf staugefährdeten Hauptverkehrsachsen (z.B. Frankenstraße, Nordgaustraße – Nibe­lun­genstraße – Wei­ßenburgstraße – Landshuter Straße, Kirchmeierstraße – Friedenstraße und andere) eine Bevorrechtigung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr erreichen zu kön­nen und den ÖV damit gegenüber dem IV attraktiver zu machen;
  • eine Einbeziehung der (ehemaligen) Bahn­strecken
    - Maxhütte-Haidhof – Teublitz – Burglengenfeld
    - Walhallastraße – Donaustauf
    - Eggmühl – Schierling – Langquaid
    - Saal – Kelheim.

In der Gesamtbetrachtung wird eine Verkehrspolitik benötigt, die in unserer Region den „Umweltverbund“ aus ÖPNV und Fußgänger-/Radverkehr klar fördert und somit dazu beiträgt, die Lärm- und Abgasbelastun­gen zu reduzieren, um die Wohnqualität in unserem Lebensraum zu verbessern. Hierzu bedarf es jedoch eines Zu­sammenwirkens und -wollens aller Verantwortlichen, auch im Hinblick auf ein funktionsfähiges Finanzierungs­modell. Beispiele aus anderen Städten (z. B. Würzburg oder Ulm), die beweisen, das so etwas geht, gibt es – man muss nur den Mut dazu haben! – ... Bitte packen wir es an!!

Leserbrief von Gero Wieschollek, Regensburg, zum MZ-Artikel am 7.3.2016

Verhaltener Applaus für die Bahnvision

Der Vorschlag des VCD ist klar zu unterstützen. Die ernsthafte Diskussion über einen Ausbau des ÖPNV in und um Regensburg ist überfällig. Es ist schon fragwürdig, wenn das Thema bisher so einfach abgetan wurde. Mag ja sein, dass es komplex ist und sicherlich muss die Fi­nanzierung geklärt werden. Aber das spricht ja nicht dagegen, dass man es tut. Übrigens gab es auch keine Probleme mit der Finanzierung der Infrastruktur und des Baus eines Fußball­stadions für einen Viertligisten; das Projekt wurde auch erstaunlich schnell realisiert. Und beim so wichtigen und zukunftsweisenden Ausbau des ÖPNV soll alles schwierig bis nicht machbar sein? Die Mach­bar­keitsstudie von 2006 muss neu überdacht, konzipiert und kalkuliert werden. Wie wäre das: Stadt und Landkreis nutzen die Chance z.B. ein Regensburger Modell zu entwi­ckeln: Eine enge und kreative Verzahnung aller Verkehrsträger, deutlich mehr Transparenz bei den ÖPNV-Anbietern, Kooperation von Landkreis, Stadt und Bürgern. Dafür ist natürlich eine intelligente Akquise und Kombination von Mitteln aus EU, Bund, Land, Stadt und Sponsoren nötig. Ich bin überzeugt: Stadt und Landkreis können das! Außerdem herrscht derzeit offen­sichtlich ein gutes politisches Klima zwischen Landkreis und Stadt, das für eine Kooperation und eine rasche Umsetzung genutzt werden sollte. Stadt und Landkreis Regensburg können da von Erlangen lernen.